...herrlich ist dies Stückchen Erde, und ich bin ja dort daheim!
Perchta
19.07.2014 20:35Perchta (Frau Perchta, Percht, Berchta, Eisenberta, Butzenbercht) ist eine deutsche Sagengestalt, die sich hauptsächlich im alpenländischen Raum vorfinden lässt. Nur im geringen Maße kommt sie jedoch auch im Ausland (z.B. Slowenien) vor. Im Gebiet der nieder- und mitteldeutschen Dialekte ist sie unbekannt.
Der Name "Perchta" ist vermutlich dem Althochdeutschen entlehnt ("peraht"), und bedeutet deshalb soviel wie "die Glänzende".
Vermutlich ist Frau Perchta einst unter keltischem Substrat aus der germanischen Göttin Frigg/Frigga hervorgegangen. In Mitteldeutschland entspricht ihr die Figur der Frau Holle. Auch Perchta bestraft Faulheit und belohnt Fleiß und Hilfsbereitschaft. Ihre Strafen für bösartige Menschen können von einfachen Albträumen bis hin zum Aufschlitzen des Bauches führen. Fleißige und gutartige Menschen finden in Eimern oder Brunnen oft Münzen, wie auch volle Spulen mit goldenen Fäden, was eine Belohnung durch Frau Perchta darstellt.
Wie Frau Holle hat also auch Perchta zweierlei Gesichter - ein gutes und ein böses. Sie wird auch als Butzebercht, als alte Frau, dargestellt, die einen verkrüppelten Fuß hat. Geklirre und Geklimper durch eiserne Ketten lässt sie ankündigen. Desweiteren erzählt man sich, daß sie ihren Opfern mit einem Beil in die Füße hackt.
Perchta tritt vor allem in den 12 Rauhnächten auf, in dieser Zeit soll sie durch die Lüfte fahren. Die Zeit zwischen der Wintersonnenwende und dem 06.Januar ist auch die Hauptzeit der sogenannten "Perchtenläufe". Es handelt sich hierbei um einen alten alpenländischen Brauch, bei dem sich mehrere Menschen überwiegend als "Schiachperchten" verkleiden. Schiachperchten sind bösartige, dämonische Wesen mit teufelsartigen Fratzen. Es gibt aber auch die "Schönperchten", die genau das Gegenteil darstellen, und deren Kostümierungen schmuckvoll verziert sind.
In einem um 1393 verfassten Tiroler Gedicht "Von Berhten mit der langen nas" wird Perchta als Kinderschreckgestalt zitiert, die Kinder, die nicht richtig essen, mit den Füßen tritt. Der Südtiroler Dichter Hans Vintler schreibt 1411 in seinem Aberglaubensverzeichnis: "und etleich glauben an die fraun,/ die do heisset Percht mit der eysnern nas".

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