...herrlich ist dies Stückchen Erde, und ich bin ja dort daheim!
Behexte Milch
23.01.2014 10:52Eine Frau in Wusseken erzählte, jemand hätte einmal ihrer Kuh die Milch verdorben, so daß das Tier, obwohl frischmilchend, täglich höchstens ein Quart Milch gegeben. Die verschiedensten Mittel waren bereits angewandt, doch ohne Erfolg. Da rät ihr ein "kluger" Mann, die Kuh an drei auf einander folgenden Freitagen vor Sonnenaufgang zu melken, in diese Milch ihre Notdurft zu tun, das Ganze gehörig durchzurühren und der Kuh noch in derselben Stunde einzugeben. So geschah es auch, und das Mittel wirkte; denn von da ab erhielt die Frau die volle Milch, während die Krankheut auf das Vieh des Missetäters (Hexenmeisters) überging. Doch rächte sich dieser auf eine andere Art. Denn als das Mittel am dritten Freitage der Kuh eingeflößt ward, blies den damit beschäftigten Mann ein unsichtbares Etwas so schrecklich kalt an, daß er sich zu Bett legen mußte und auch nicht wieder genas.
(entnommen aus "Volkssagen, Erzählungen, Aberglauben, Gebräuche und Märchen aus dem östlichen Hinterpommern", Otto Knoop, 1885)
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